Gestern Abend habe ich in der Bar, wo ich gestern schon beim Frühstücken war, zwei Spanier aus Malaga getroffen. Sie beide arbeiten auf Montage in Bilbao für Elektroinstallation und sind immer unterwegs in Spanien, Portugal und England. Auch sind sie im Minicampus untergebracht, müssen aber im Gegensatz zu mir am heutigen Samstag arbeiten.

José Miguel urspr. aus Asturien ist dort verheiratet und hat zwei Teenagertöchter. Er war lange Jahre vorher beim Militär, auch bei diversen Auslanseinsätzen wie in Afghanistan. Antonio lebt bei Malaga direkt am Strand und ist ledig. Wein und Caña gaben sich das eine das andere bei Kneipengesprächen. Ich probierte die drei verschiedenen Weine durch: Riberra, Rioja und den Carlo Serres, da Denis aus Frankreich erwähnte, er habe Verwandschaft mit einem Weingut, vieleicht waren sie ja die Produzenten. Wie ich schon auf der Hinreise festgestellt hatte, ist der Riberra einfach der beste Wein.

Als die Bar zumachte zogen wir noch zur nächsten weiter.

Um Mitternacht verabschiede ich mich und laufe den Kilometer zurück, bevor der Alkohol zusehr in die Gehirnwindungen einsickert.
So konnte ich den Morgen auch etwas langsammer angehen lassen und den Vormitag ein wenig rumgammeln, Podcast hören, Frühstücken usw.
Ganz mit Nichtstun kann ich mich dann auch nicht anfreunden und mache mich zu Fuß auf in die Stadt. Mir war bisher noch gar nicht aufgefallen, dass die Begnako-Basilika auf dem Weg zur Altstadt liegt und dann von dort eine alte Stiege hinabführt in die Altstadt, sie ust übrigens auch Teil des Jakobswegs.

Auch Fußpilger chillen heute.

Auf der Nueva Plaza, von einem Säulengang umgeben, stapeln sich schon die Pixtos an den Bars, die sich den Platz einverleiben kurz vor der Mittagszeit.

Wenn ich so dran denke, was meine Radlfreunde grad in den Pyrenäen alles abfahren, bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen wegen meines Rumgammelns , aber nach so vielen Wochen des täglichen Radlns soll es schon einmal erlaubt sein. Dann hänge ich doch gleich die landesübliche Siesta mit dran. Um einfach zum Minicampus zurückzukommen, nehme ich die klimatisierte Metro, gut organisiert, jedoch lässt die Taktrate am Samstag Nachmittag mit 20 Minuten etwas zu wünschen übrig.
Fazit für heute: 0 km, 0 Höhenmeter.
Musste mich erst ans Gammeln wieder gewöhnen …. Jetzt kann ich allmählich den Fokus auf das Treffen mit meinen Radlfreunden und die Sonnenfinsternis legen.

Man muss sich auch mal gehen lassen,
beim Schlendern durch die Altstadtgassen,
nach vielen Wochen auf dem Radl,
zwickts auch schon mal im Wadl,
da ist es ganz ok,
3 Tage zu spendieren für eine Stadttournee,
verbunden mit intensiven Weinverköstigungen,
dann ist der Aufenthalt gut gelungen!