Sa.. Sep. 12th, 2026

Tag 55: Die franz. Strände der Bucht von Biskaya

Die Preise in der ganzen Region zum Übernachten sind astronomisch. Für mich hatte sich das in Llanes bereits angedeutet. Das Mariahimmelfahrtwochenende lässt freie Hotelzimmer anscheinend verdunsten und so haben wir die letzte Nacht im Hostel im Schlafsaal verbracht. Ab fünf werden die sich darin befindenden vier Fusspilger unruhig mit Packen, Duschen, usw., um vor Morgengrauen auf dem Camino zu sein. Also nach der gestrigen Lärm- und Hitzenacht in Vittoria-Gasteiz eine zweite unruhige Nacht.

Nachdem wir Andi und Martina am TGV am Bahnhof verabschiedet haben, machen wir uns auf in die Innenstadt auf der Suche nach einem Café. Beim Verspeisen der Hörnchen reflektieren wir das Gesehene im Terrorismusmuseum, getriggert durch das Baskenland auf französischer Seite. Es wurde nicht thematisiert, was die Ursachen der Gewalt waren und was immer noch inhärent in der Baskischen Bevölkerung vorhanden ist. Wir sehen immer nur in Straßenschildern das Übermalen des französichen bzw. spanischen Anteils Dies führt uns zu historischen Vergleichen mit Sudetendeutschen, inwieweit die ausschließliche Opferrolle zugetroffen haben kann im Anbetracht der Geschichten, die wir über unsere Großväter kennen und dass eine Art Freikorps auf deutscher Seiten zur Tschechoslowakei existierte von 1933 an, das ähnlich wie die Soldaten ohne Abzeichen von Putin die tschechischen Grenzstationen überfallen und Menschen ermordet haben, um die allgemeine Lage zu destabilisieren. Es gab z. B. in Bärnau mehrmalige geheime Zusammenkünfte in den 30er Jahren in einem Gasthaus, wo Hennlein, der im nahen Asch offiziell als Lehrer tätig war, zugegen war. So tauchen wir ab in globaler und persönlicher Geschichte und suchen Zusammenhänge zur Gegenwart herzustellen, jedoch für das Baskenland hat sich keine Erklärung eröffnet, außer dass sich die gegenseitige Geealt hochgeschauckelt hat.

Wir rollen weiter durch den Ort zu Hafen und Badestrand, um uns schließlich dem Schwimmpilgern zu widmen. Am ersten Strand waren schöne Wellen, es war fast Ebbe.

Anschließend treten wir weiter zum nächsten Strand. Unterwegs kommen wir an einer Stelle vorbei, wo die unterschiedlichen Gesteinsschichten abgetragen sind und eine Bruchkante entstanden ist.

Laut eines Tipps von einem Kumpel von Alfons soll es dort viele Fische geben- wir sehen aber keinen im Wasser.

Wir sprechen mit einem lokalen Fotografen, er will ein analoges Bild von meinem Z-T-Schirt machen- gerne. Sein Vater ist Baske, wir vergleichen die Situation der Basken in Frankreich und Spanien, und die Ursachen für den starken Konflikt in Spanien. Er gibt uns einen Tipp für ein Restaurant, wir finden die Idee gut und er reserviert uns dort einen Tisch, also auf dahin.

Ich entscheide mich für die gefüllte Aubergine. Für Andi bestellen wir den Sangria auf der Karte, von dem er die ganze Zeit in Spanien geträumt hatte. Als Hauptgang gibt es einen Fisch mit Kratoffeln und Zucchinistückchen, zur Nachspeise gegrillte Pflaumen.

Somit schauen wir zum nächsten Strand um das Strandpilgern abzuschließen. Doch die erste Option für Strand drei hat zuviel „Gemüse“ im Wasser, so schauen wir weiter beim Überwinden mehrer Höhenmeter zu einem alten Hafenbecken, das den Vorteil sandbefreiter Füße hinterher hat.

Ein Pastis in der nahen Strandbar schließt diese Seance aus drei Mal Schwimmpilgern und dazwischen Radln ab. Optisch wird dies sichtbar durch die Klickpedalschuhe, die die Flipflops ersetzen.

Wir radeln weiter nach Biarritz, dem mondänen Badeort an der Küste. Beim Aussichtspunkt am Ortseingang gönnen wir uns ein Bière blanche,

dann in die Stadtmitte

und weiter zum IBIs in Bayonne,

dem preislich gefühlte Nobelhotel, das aber realitätsmäßig den monetären Erwartungen nicht gerecht wird. Schnelle Dusche, baskischer Apperitiv von Alfons organisiert,

und ab Richtung Stadt mit Rad zur Flexibilität – es ist schon acht.

Fazit für heute: 44 km, 529 hm. Die Küste ist zu überlaufen im August.

Von admin

3 Kommentare zu „Tag 55: Die franz. Strände der Bucht von Biskaya“
  1. Furchtbar lange her, da haben wir die Gegend mit einem Gefährt, genannt „Der Ottifant“, unsicher gemacht. Auch wenn unsere Rosinante kurz vor dem Auseinanderfallen war und nur durch Schieben zum Leben erweckt werden konnte, hat der Ottifant uns brav durch Frankreich und Spanien getragen. Und für Le Canistre war auch ein Platz. Eine Reise, die noch in guter Erinnerung habe.
    Viele Grüße
    Ingo

    1. Hallo Ingo, ich auch. Heute bin ich mit Alfons in Bayonne. San Sebastian haben wir ausgelassen, da ich sie ja noch von damals kenne ….

      Der Ottifant konnte dann nicht nur durch Schieben zum Leben erwacht werden, sondern auch durch Treffen der richtigen Steckerverbindung anstelle des Zündschlüssel….

  2. Das Baskenland ist schon sehr eigen,
    wo die Einheimischen stark zum Patriotismus neigen,
    ähnlich kennt man auch von Nordirland,
    unter anderem auch für Terrorismus bekannt.
    Das sind leider die Schattenseite kultureller Identität,
    die oft einem entspannten Miteinander im Wege steht.
    Zumindest als Tourist kann man die Länder genießen,
    wird schon niemand auf einen schießen,
    mit Strandhopping die Küste entlang,
    womit man die Touristenströme bezwang.

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