Das Rad hat die nächsten 2 Tage Ruhetag. Ich mache mich zu Fuß auf in die Innenstadt, die in einem Talkessel am Fluss liegt. Auch gibt es ein ausgeklügeltes Aufzug- und Rolltreppensystem zusätzlich zum öffentlichen Nahverkehr, bestehend aus Metro, Tram und Bussystem.

Unterwegs mache ich zweimal in Cafés halt, das erste Mal im Außenviertel für Kaffee und Tortilla, das zweite Mal für Schokolade mit Churros, da die Kathedrale noch nicht geöffnet hat für touristische Besuche. Vor der kirchlichen Kathedrale komme ich noch an der kulinarischen Kathetrale vorbei, der Markthalle. Alles an Fisch, Fleisch und Käse wird angeboten, was man sich vorstellen kann – es ist ein Jammer, dass im Studentenzimmer keine Kochutensilien sind, womit man die Fische zubereiten könnte.

Dann zur kirchlichen Kathedrale: sie ist dem Hl. Jakobus geweiht. Mein Pilgerausweis reduziert den Eintritt wieder auf die Hälfte von 5 €. Die Dame am Einlass ist verwundert über meine vielen Stempel. Der junge Bursch bei der Einlasskontrolle bemerkt meinen Beutel von Estrella Galicia. Zuerst denke ich, ich darf ihn nicht mitnehmen, er jedoch will nur wissen, ob ich bei der Brauerei war und was ich von dem Bier halte.

Ursprünglich stand hier schon eine Kapelle im 9. Jahrhundert auf dem Jakobsweg, die zu einer gothischen Kirche erweitert wurde und vor gut 100 Jahren wurde die Eingangsfasade im neugothischen Stil beendet. Der deutsche Wikipediaeintrag beschreibt die Orgel genau, im spanischen Artikel ist darüber nichts zu lesen, dafür ist er weit ausführlicher in der Beschreibung des Innenraums und der Geschichte.


Die eigentliche Kirche ist aber St. Antonio, die eine Cavaillé-Coll- Orgel beherbergt, neben der gleichnamigen Brücke. Die Furth(Flussübergang) hat König Alfonso III zur dortigen Gründung veranlasst, was auch eine Deutung des Namens von Bilbao ist: „Schöne Furth“.


Gestärkt mit zwei Cañas und einem Takko ( Thunfischspieß) konnte ich mich aufmachen in die Kathedrale der modernen Kunst: das Guggenheim- Museum.

Ich sah darin Werke von Künstlern wie
- Ruth Asawa mit Hasendrahtzaunskulpturen

- Richard Serra, der verschieden Mettallabyrinth-Welten erschaffen hat,

- Igshaan Adams , der Teppiche wie Mosaike fertigt,

- Jasper Johns , der Malerei und Skulpturen reinterpretiert.

- Die Dauerasustellungen beschäftigen sich mit Abstrakt und Raum, Geste und Bewegung und Sprache – Themen, mit denen eine künstliche Intelligenz mittlerweilen auch umzugehen lernt.
Doch nach mehr als 90 Minuten ist mein Aufnahmevolumen voll.
Auf den Weg dahin mache ich auch noch meine Entdeckungen:
- Kaffeerösterei

- Jugendstilbahnhof

- Stadtbild

Fazit für heute: 0 km, 0 hm mit dem Fahrad. Drei Arten von Kathetralen: Kirche, Kulinarik, Kunst. Welche davon mir die Liebste ist, dürft ihr raten ….
Ah, welch ein Genuss,
wenn man nicht gleich weiterrollern muss,
ah, und welch ein Genuss,
setzt man in die Markthalle seinen Fuß,
weiter geht’s mit dem Genießen,
wenn die Cañas durch die Kehle fließen,
und erst der künstlerische Genuss –
aus dem Guggenheim-Museum ein Gruß,
genüsslich schweift der Blick umher –
Genusspilgern – das ist nicht schwer!
Nur die Studentenbude ist kein Genuss –
die ist ein echter Verdruss!!! 😫
Wohnen im Studentenheim,
Kann auch heut noch schöner sein,
Kann man sich zurückerinnern,
Vergisst dann auch das Wimmern,
Über heutige Gebrechlichkeiten,
Die vor vielen Jahren dort nicht weilten.