Sa.. Sep. 12th, 2026

Nachdem der Supermarkt gestern Waschtaps hatte, legte ich nach der Wiedererlangung einer vernünftigen Reinigungslösung einen kleinen Waschtag ein. Das Reisewaschpulver von der Tour de France als Werbemittel war die letzten Tage suboptimal, nachdem das Rei in der Tube aufgebraucht war. So durfte die Wäsche mit Meerblick über Nacht am offenen Fenster trocknen, welche Wäsche hat das schon. Offensichtlich war sie so mit Schauen beschäftigt, dass sie ganz das Trocknen vergaß, aber macht nichts: oben auf die Taschen geschnürt fungiert das Fahrrad als mobiler Trockenständer mit Fahrtwindzufuhr.

Das Startszenario war wie gestern: gleich 300 Meter hinauf in den ersten 10 km bis Viveiro, mit einem wunderschönen Ausblick über verschiedene Buchten. Herrlich!

Ich hatte noch mein Dopingmittel KAS in der Flasche, also heute kein Problem. Auch genoß ein Paar aus Schanghai mit dem Auto die Aussicht und putzte gleichzeitig Zähne und machte sich frisch. Auch eine Art den Morgen zu beginnen. In Viveiro war gleich ein Frühstückscafè für Doping mit zwei Milchkaffees.

Es flutscht dann nur so dahin an der Küste bis nach Foz, wo es schöne Küstenabschnitte gibt,

wo aber auch weniger Schöne sind wie Acquafischzucht und Industrie.

In Foz hüpfe ich in die nächste Cafeteria und bestelle mir eine Caña. In Spanien bekommt man immer eine Kleinigkeit dazu, ich heute ein Brot mit Anchovi. Anschließend geht noch eine Bedienung mit zusätzlichen Köstlichkeiten rum: ich nehme eine Tortilla. Also mit einem Getränk in einer Bar kann man nicht Verhungern!

Ich werde immer wieder gefragt, wie es mit den Waldbränden in Spanien ist. Ich bekomme davon nur vom Fernsehen in den Restaurants mit, was grade abgeht: schwere Brände um Madrid und im Osten bei Zaragossa, die Info über letzteres wird aber weniger.

Von den Horreos hatte ich gestern einige Zerrzauste gesehen, heute ändern sie das Aussehen: keine Kreuze mehr auf dem Dach und andere Baumaterialien.

Das Meer har hier Gezeiten von etwa 2 Meter: man sieht es besonders an den Flußmündungen bei Ebbe.

Von Foz aus führte mich die Navi die letzten 20 km über kleine Straßen bis zum Strand der Kathedralen. Bevor ich ihn besichtigen sollte, wollte ich noch in der nahe gelegenen Unterkunft einchecken, um meine Radlklamotten einstweilen zu waschen und zu trocknen. Dann mache ich mich auf mit nur den Badesachen zum Strand der Kathedralen, der Wirt der Unterkunft rät mir ab, der Strand daneben wäre viel schöner. Als ich beim Kathedralenstrand ankomme sehe ich eine Tafel und einen anderen Mann, der versucht zu verstehen, was das bedeuten soll.

Wir entziffern zusammen, dass man ein Ticket braucht, es für heute keines mehr gibt – so bei der Onlinebuchung.

Es stellt such heraus, dass Constantin aus Rumänien aus Brašov die selben Probleme hat wie ich. Wir beginnen ein Gespräch. Er ist fünfzig und hat in der Bauindustrie gearbeitet und sich jetzt ein Jahr Zeit genommen, mit dem Camper durch Spanien zu reisen. Die Südküste ist ihm zu touristisch gewesen – hier im Norden fühlt er sich wohl. Heute morgen ist er in Ferrol gestartet, befürchtete Regen und freut sich jetzt über den schönen Tag. Wir machen ein paar Fotos von den „Kathedralen‘ und entschließen uns, da wir ohne Ticket sind und der Strandbereich bei Flut sehr begrenzt ist, zum nächsten Strand zum Baden weiterzuziehen.

Dort ist es ruhig, große Wellen, wo wir drin wie Kinder planschen.

Wir unterhalten uns über die Welt, was sie weiterbringt und wie wir unsere Rolle darin sehen, um glücklich zu werden oder zu sein.

Nach dem Baden lädt er mich zu einem Bier ein bei seinem Camper um die Ecke, aus dem dann zwei werden mit seinem leckeren Slanina (selbst geräucherter Bauchspeck) als Tapas mit Blick aufs Meer. Herrlich!

Zum Abendessen nehmen wir gleich das Resraurant, wo ich übernachte: Croquetten von Meeresfrüchten, Pulpo und einem lokalen Meeresfisch mit einem Ribera del Duermo.

Fazit für heute: 73 km, 1007 Höhenmeter.

Ein gemeinsamer Aperitif am Meer ist was Schönes. Das anschließende Abendessen ist auch hervorragend.

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 39: Zu den Strandkathedralen“
  1. Mich dünkt, das mit der Pilgerei,
    ist wohl endgültig vorbei!
    Thomas schreibt zwar noch von Kathedralen,
    meint jetzt aber die Felsen, die fahlen,
    sieht alles mehr nach Urlaub aus,
    nach Faulenzen, jetzt hat er den Bogen raus 🤣
    den halben Tag baden im Meer,
    das gefällt ihm natürlich sehr!
    Kennenlernen von netten Leuten,
    die einen zum Quatschen und Bier trinken verleiten,
    und nicht zu vergessen –
    ein opulentes Abendessen! 😃

    Das ist Urlaub!
    (Hoffentlich fallen für den Drahtesel auch ein paar Tropfen Öl ab 🤣🤣🤣)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert