Ich nehme noch einen Milchkaffee an der Bar der Unterkunft, bevor ich aufbreche.
Der Himmel ist heute bedeckt, das Badetuch im Fenster wollte die Nacht über schon nicht richtig trocknen. Die Straße ist ein wenig nass, aber ideale Fahrbedingung. Das Wetter bleibt den ganzen Tag bedeckt. Die Berge im Hinterland sind in Wolken gehüllt und die Temperaturen kommen den ganzen Tag kaum über 20 Grad hinaus. In Spanien „frieren“, während ganz Deutschland über die Hitze stöhnt?

Was heute neu ist: die Strecke nach Ribadeo die ersten 9 km ist ziemlich flach. Ich rieche auf einmal ganz starken Kräutergeruch. Ja, Fenchel ist dabei und andere Küchenkräuter wie Oregano, auch Kamille. Der Straßengraben ist frisch gemäht, kommt es daher? Dann sehe ich weit vor mir die Mähmaschine, die ich umfahren muss und kann auch davor die Kräuter in ungemähter Weise identifizieren.

In Ribadeo, einer Stadt mit ungefähr 10000 Einwohnern, fahre ich durch die anmutende Fußgängerzone zum Torre de los Morreno, einem Indeano-modernistischem Gebäude in der Stadtmitte, leider ist es so stark eingerüstet, dass man von seiner angeblichen Schönheit nichts erkennen kann.

Weiter auf dem Weg geht es über die Autobahnbrücke. Der Fußgängerstreifen ist offizieller Übergang für den Camino del Norte, also sollte er für mich auch passen. Ich hatte schon heute morgen in der Unterkunft nachgefragt, ob man die Autobahnbrücke nutzen kann: ja kann man, ist aber eng.

So kann ich einem Umweg von mehr als 30 km vermeiden. Mit der Brücke verlasse ich Galizien und „reise nach Asturien ein“.

Asturien hat ungefähr 350 km Küste, die Hauptstadt ist Oviedo mit gut 200 Tausend einwohnern, größte Stadt ist Gijon. Diese autonome Region ist Zentrum des Bergbaus und der Schwerindustrie in Spanien, ich sehe heute zum Glück nur den ländlichen Teil an der Küste. Im Inneren ist die höchste Erhebung bei über 2500 Metern.

Nach den ersten 15 km auf kleinen Nebenstraßen

geht mir allmählich das Links und Rechts auf die Nerven und ich nehme die Hauptstraße,.wieder wegen der parallelen Autobahn überschaubar befahren. Die Wälder bestehen hier auch aus Eukalyptusbäumen, vielleicht ein weiterer Grund, warum meine Nase so gut durchgeht neben dem gestrigen Salzwasser.

Ich radle durch bis Navia, wo ich mich in ein Café in einem Park setze und ein KAS bestelle. Leider haben die Glasfläschchen nur 200 ml, was nicht zum Hochleistungsdoping reicht. Zumindest besser als ein Caña, um nicht in die Trinkerszene abzugleiten.
Jetzt weiß ich auch, wo all die guten Zitronen herkommen, sie wachsen alle in Gärten an der Straße.

Die anfänglich raue Oberfläche wird durch einen komplett neuen Belag abgelöst, und das bei fast keinem Verkehr! So muss ich auf der Hauptstraße bis zu meinem Übernachtungsort Luarca bleiben.


Kurz vor der Ankunft komme ich an Santiago vorbei, aber ohne Sternenfeld.

In Luarca angekommen mache ich nach einer Pause meinen abendlichen Rundgang.

Nachdem heute das Höhenmetersoll noch nicht erreicht ist, steigen ich noch zu Kirche und Leuchtturm hoch, um die Küste von Oben zu betrachten.


Abendessen gibt es heute in dem Hotel, in dem ich übernachten, dem Baltico, in Sidre gegarte Chorizo mit Patatas con Ajillo, dann zur Nachspeise ein Flan mit Cafè.

Fazit für heute: 63 km, 573 Höhenmeter.
Asturiens Küste ist im Vergleich zu Galizien relativ Flach und die Landschaft ist sehr grün.


So ein kühler Tag ohne Regen,
kommt einem nach der Hitze gelegen!
Entspannt unterwegs auf der „Kräuterstrasse“,
kitzeln die Düfte in der Nase,
hoffentlich nahm er eine Handvoll mit,
für das nächste Abendgericht! 😃
Dazu noch ein paar Zitronen gepflückt,
jetzt ist die Grundversorgung schon fast geglückt 😂
Die Streckenführung Iwanen eher bescheiden,
da muss man sich dann entscheiden,
Bequemlichkeit oder Abenteuer,
nach den Frankreichetappen lieber kein Spiel mit dem Feuer 😂