Nach dem Frühstück konnte ich die Unterkunft in Cheseaux-sur-Lousanne verlassen und aufbrechen. Ich erreiche Lousanne auf Nebenstraßen in etwa 10 km. Der Ort fällt zum See hin ab, weshalb ich langsam mit dem Fahrrad hineingleiten konnte.
Oben auf dem Berg erblickte ich eine Kirche: die Kathedrale.

Innen beim Eingang entdeckte ich den Do-it-yourself-Pilgerstempel. Die Kathedrale beheimatet auch zwei Orgeln und scheint ziemlich berühmt zu sein in der Schweiz, wofür die umfangreiche Konzertreihe ein Beleg dafür zu sein scheint.


An einem Portal erklärte eine Touristenführerin einer englischsprachigen Gruppe die Details.

Nach einem Rundgang durch die Kirche konnte ich entlang der gut ausgeschilderten Radwege weitergleiten im Stadtbesichtigungamodus: ein schöner Ort zum Wiederkommen!

Noch zu den Radwegen in der Schweiz: Jede größere Straße ( auch die kleinen natürlich) hat immer Radseitenstreifen. Es sind klar bei jeder Bundestraßenkreuzung die Wege für Radfahrer geregelt. Die „Velos“ mit Nummerntafeln gehen bis etwa 40 und sind dort häufig genutztes Transportmittel – also der Veloverkehr ist inhärenter Bestandteil der Verkehrsplanung. In Autodeutschland hat man den Eindruck, das Radfahren über die letzte Meile eher geduldet als forciert wird.
Langsam ging das Gleiten in den sportlichen Tretmodus über und ich nahm die am Sonntag fast leere Bundesstraße, was meine Navi immer wieder aus dem Konzept brachte ( sie will alles andere als Hauptstraßen) , doch konnte ich sie geduldig ignorieren.
Unterwegs begegnet mir der Vatikan des Fußballs: die UEFA-Zentrale.

Auf der Karte schien der Hafen von Coppet ein guter Mittagspausenort mit Buvette ( Trinkkiosk), doch nach einem Sprite entschied ich mich dafür, die verbliebenen vierzehn Kilometer bis Genf um halb eins noch anzugehen.

Und es hat sich gelohnt: gleich am Ortseingang erstreckt sich der botanische Garten zum Meer hin mit Bademöglichkeit, was will man mehr! Also zwei Mal die Schwimmpilgerübung zur Mittagspause bis vier. Um mich herum tobt das Leben. Verschiedenste Menschen wollen auch ins Wasser, doch der Einstieg ist recht steinig.

Dann mache ich mich auf Richtung Innenstadt um dort einige Eindrücke festzuhalten.
Als Nächstes komme ich an der WTO vorbei, dem Heiligtum der Freihandelsverfechter.

Die Stadt liegt an See und dessen Abfluss Rhone.

Sie haben eine Kathedrale St. Peter, die ich natürlich am Berg erklimmen muss.

natürlich mit berühmter Orgel …

Da es schon halb sechs wird, muss ich langsam aufbrechen. Ich schmeiße mich wieder wie gestern Äolis Heißluftföngegenwindmaschine entgegen, zumindest bei gerader Strecke und bei leichtem Gefälle bis zur Grenze, von dort aus sind es noch weitere 20 km bis zum Übernachtungsort Belgarde-sur-Valserine.

Ich komme gegen 8 an, dusche mich und gehe hoffnungsfroh in den Ort mit der Erwartung edler französischer Kost.
Obwohl der Ort als TGV- Bahnhof wirbt, ist essenstechnisch die Katz verreckt – le chat est mort! Das einzige was offen hat ist ein Pizzawagen Bella Napoli, wo ich gesagt bekomme, ich müsse 40 Minuten auf eine Pizza Napoli warten. Die Zeit nutze ich für einen Rundgang und sehe als einziges betriebenes Restaurant einen Chinesen, der bis auf ein Liebespaar leer ist und nachdem nach 5 Minuten kein Personal aufgetaucht ist verlasse ich auch dieses wieder. Zwei Drittel der Restaurants sind aufgegeben, das andere Drittel hat zu.
Frankreich, was ist aus dir geworden? Essenstechnisch ein Trauerspiel! Kein einladender Eindruck!
Zumindest habe ich eine anständige Tagesprogramm genossen mit Radlkilometern und Besichtigungsprogramm und Schwimmen: 106 km und 762 hm.
Noch ein paar intime Einblicke am Rande: ich habe das Gefühl, dass mein Hintern das Aussehen eines Pavians angenommen hat durch andauernde Holperer auf der Strecke, doch zum Glück habe ich hinten keine Augen und Birgits geliebte Handcreme aus dem Carrefour – was bei ramponierten Händen hilft, kann woanders nicht schlecht sein.
Armes Frankreich! Denk ich an Frankreich in der Nacht, bin ich um den Genuss gebracht ( frei nach Heinrich Heine)



Bin ich froh, daß ich dich nicht eingeholt habe. Genieße lieber Pizza & Espresso im Schwarzwald. Grüße Rainer
🙂
Lausanne und Geneva, am Genfer See,
und ein Strandbad, mei, wia schee ⛱️
wie Gott in Frankreich, pardon, der Schweiz,
die Gegend hat definitiv ihren Reiz!
Doch schaudert‘s mich bei dem Gedanken,
im Übernachtungsort Energie zu tanken,
ist dort doch die Katz‘ verreckt,
hoffentlich nicht im Kochtopf versteckt! 😱