Mi.. Juli 29th, 2026

Tag 17: In der Hitze Richtung Pyrenäen mit Technikproblemen

Am Morgen frühstücke ich mit Bertrand und seiner Frau, beide müssen gegen 8 Richtung Arbeit. Die noch schlafenden Kinder haben schon Ferien und werden den Tag zuhause verbringen.

Ich mache mich Richtung Pyrenäen und Westen auf. Da heute ein sehr heißer Tag werden soll – was man von Anfang an schon merkt – Versuche ich bis Mittag so weit wie möglich zu kommen. Über Muret treffe ich auf die Garonne bei Noë, an der ich dann mittags bis Cazėres komme, zwar nur 56 km, aber um 12 wird es schon zu heiß.

Nach dem Pilgerstempel in der Touristeninformation, wo mich die Dame auch gleich mit kaltem Wasser versorgt, nehme ich den Weg Richtung Kirche, hänge ein wenig den Gedanken nach, kühle mich darin ab und organisiere die Übernachtung in Huos in einer Gite. Noch Mal etwas mehr als 50 km dürften auf jeden Fall genug sein für heute, auch wenn ich ursprünglich noch näher Richtung Denis wollte. Auch in dem Ort herrscht die mittägliche Servicewüate Frankreich – das einzige was offen hat, ist ein Marokkanisches Restaurant. Ich wähle Couscous mit Lamm, bin auch der einzige Kunde.

Anscheinend gehe nochmal in die kühle Kirche zum Nachmittagsabhängen. Mein Ruheort ist vor dem Altar der Jakobspilgergesellschaft, Handysteckdose zum Laden inkusive.

Die meisten Zeit kann ich dort alleine in Ruhe verbringen, bis dann kurz nach vier eine Betgemeinschaft älterer Herschafften meine Mittagsruhe mit religiösen Gesängen und Geben zu beenden versucht. Allmählich merke ich, das ein Ruhetag mir auch ganz gut tun würde. Die meisten Franzosen verlängern gerade das nächste Wochenende, den nächster Dienstag am 14. Juli ist Nationalfeiertag, den Brückentag nimmt anscheinend jeder auch noch die Tage davor. Ich merke es schon beider Organisation der heutigen Unterkunft – in Saint Gaudens ist nichts günstiges mehr zu erhalten.

Uch mache mich dann kurz vor fünf auf den Weg – die Hitze ist immer noch unerträglich.

Ich fahre so in dem Tempo vor mich hin, dass ich nicht außer Atem komme und meinen Körper in der Hitze kontrollieren kann. Eine Radroute nach Saint Gaudens ist ausgeschildert, zwischendurch lässt die Beschilderung zu wünschen übrig. Bei ungefähr der Hälfte der Strecke passe ich nicht auf und komme auf einen Holperweg mit Steinen, merke dass dort kein Durchkommen ist und kehre um. Schon entweicht die Luft des Hinterrades, als ich über einen spitzen Stein hüpfe. Reifenpanne Nummer 2 (franz. crevaison). Wieder die Standardabläufe angewandt ist das Rad wieder in 15 min fahrbereit –

soweit so gut. Jetzt sind die Ersatzschläuche aufgebraucht – Flickzeug hab ich keines dabei. Ungefähr 8 km vor der Unterkunft, dem Gite in Huoz, entweicht wieder die Luft aus dem Hinterrad. Ein anliegender Anwohner stellt sich dumm, nein er könne mir nicht helfen.

Nun rollere und schiebe ich der Unterkunft mit Schrittgeschwindigkeit entgegen.

Wie Lucky Luke schiebe ich einsam dem Sonnenuntergang mit kaputtem Reifen entgegen.

Fazit des Tages: 109 km, 571 Höhenmeter, der einsame Luky Luke des Jakobspilgerns im Sonnenuntergang

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 17: In der Hitze Richtung Pyrenäen mit Technikproblemen“
  1. Oje, das fehlte gerade noch,
    die Hitzewelle und im Schlauch in Loch!

    An Tagen wie diesen, spürst Du Unendlichkeit,
    an Tagen wie diesen, hast Du nicht ewig Zeit,
    entlang den Strassen,
    entlang den Trassen,
    wünscht man sich Endlichkeit,
    man weiß – irgendwo steht ein Bett bereit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert