Mi.. Juli 29th, 2026

Tag 19: Le Tour de France

Heute steht der erste Höhepunkt des Radpilgerns an: Die Tour de France. Natürlich ist der beste Platz beim Aufstieg oder am Scheitelpunkt des Tourmalet zu jubeln, die Anfahrt mit dem Fahrrad wären mehr als 80 Kilometer und das gleiche wieder zurück. In Anbetracht meines angeschlagenen Zustands durch die 2000 km in den Beinen und des gestrigen feuchtfröhlichen Abends schlägt Denis eine andere Variante vor: mit dem Auto über Nebenstraßen nach Bagnères de Bigorre zu fahren und den Tourmalet hinaufzutreten bis zu einem Schattenplatz, da heute wieder große Hitze angesagt ist.

Die Radprofis kommen den Col d’Aspin herunter und treten dann den Tourmalet hinauf. Wir können sie dann hoffentlich an einer Stelle bestaunen, wo sie etwas langsamer unterwegs sind. Bei der Fanmeile in Rom in der Stadt dauerte die Vorbeifahrt des Feldes nur 2 Sekunden – zum Glück neunemal, so dass man sich vorbereiten konnte – hier haben wir sie Chance nur einmal.Die Autofahrt dahin ist mindestens so anstrengend wie der anschließende Anstieg mit dem Fahrrad 18 km und mehr als 500 Höhenmeter – mir wäre fast schlecht geworden nach den vielen Kurven und dem Auf und Ab im Auto.

Mit den Rädern kommen wir beim Aufstieg an dem Denkmal von Eugène Christophe vorbei, der 1913 zehn Kilometer zu Fuß gelaufen ist, um seine gebrochene Gabel dann selbst zu reparieren.

Wir steigen weiter auf im großen Volksfest, der Pilgerschafft zum Rennradgott, auch ein Teil meines Radpilgerns.

Gegen Mittag kommen wir in der roten Zone des Tourmalet-Aufstiegs an, wo der Wald die Straße beschattet. Wir schmeißen uns in unser Fan-Outfit, ich habe das Kappi des Giro und das passende T-Shirt dabei.

Nachdem Zeit für eine Mittagspause ist, brechen wir die Sandwiches mit Pyrenäenschinken und -käse an und trinken zur Einstimmung dazu ein mitgebrachtes Bier.

Bevor die Hauptsache losgeht, kommt der Caravan, verschiedene Firmen, die mit kleinen Geschenken werben. Denis und ich sind sehr aktiv und erfolgreich, Wir bringen mehrere Hütchen, Waschpulver, Snacks, Dosen, T-Shirts etc. mit. Ich kann natürlich nur ein T-Shirt und das dazu passende Hütchen von Skoda ins Gepäck verstauen. Ich beschließe dafür mein abgetragen Radtrikot dem „Poubelle“ zu opfern. Einen Rennradschlauch bei Continental erhalten wir nicht – mag sein dass es an der Scheidung mit Aumovio liegt.

Denis Frau und Tochter sind mit dem Kleinen zum Schauen in der Nähe von Lourdes gegangen, sie weisen eine ähnkiche Geschenkekiste auf wie wir.

Nach dem Caravan daueet es dann noch eine dreiviertel Stunde, bis der Führende, es müsste Pocazar gewesen sein, zu uns kommt, dicht gefolgt von dem VIP- Auto mit dem französischen Präsidenten.

Weitere Gruppen folgen, ungefähr 10 Minuten lang, bis der Spuk dann vorbei ist.

Aufregend! Das erste Mal bei der Tour dabei. Denis macht es seit mehreren Jahren und ist immer wieder begeistert. Wir witzeln, dass nächstes Jahr doch zu der Zeit ein Workshop in Toulouse mit Social Event bei der Tour angebracht wäre, was entweder an Reisebeschränkungen oder mangelndem Interesse für unser Mitarbeit unseres Arbeitgebers scheitern könnte.

Nachdem alle Fahrer und Begleitfahrzeuge vorbeigefahren sind, können wir den Weg zurückrollern, wir werden nur einmal von Gendarmen gebeten, wir mögen schieben, da die Straße noch nicht freigegeben sei. Nach 100 Metern hält sich keiner mehr daran und alle sind wieder bergab gefahren. Wir erreichen das Auto und sind dann vor 6 zurück bei Denis

Nachdem die Aufregung bei der Heimkehr wieder gewichen ist, schreibe ich heute gleich den Blog, bevor das Abendessen und das Frankreichspiel der WM gegen Marokko um 22 Uhr beginnt.

Fazit des Tages: 2 x 18 km, 500 Höhenmeter rauf und wieder runter. Mission Tour accomplished. Merci Denis 🤩!

Addendum: Denis und ich als auch das Fahrrad mit Regensburgflagge sind gut in der offiziellen Tour-Zusammenfassung zu sehen 😉

Von admin

3 Kommentare zu „Tag 19: Le Tour de France“
  1. Hi Thomas,
    tolle letzte Tage hattest Du da mit den Toulouse-Kollegen. Das Blog-Lesen ging auch ratz-fatz ‚von der Hand‘. Dir noch viele weitere schöne Radtriptage! Bis zum nächsten Mal.
    Grüße Michael
    P.S.: Frankreich führt 1:0 😀

  2. Das war doch ein entspannter Tag!
    Heute strampelten andere, hoffentlich ohne Hitzeschlag!
    Wenn ich die Tour de France vergleiche,
    mit Thomas seiner Radpilgerreise,
    muss ich sagen, lieber Thomas,
    da stehst Du den Profis in nichts nach!
    Strampelst sogar die längere Strecke,
    bist schon ein tapferer Radpilger-Recke!

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