Sa.. Sep. 12th, 2026

Gestärkt vom Hotelfrühstück machte ich mich an der Nationalstraße auf Richtung Ostküste. Ich dachte, es wird ein unspektakulärer Tag werden, wo ich gut 4 Stunden vor mich hintreten werde und dann am Hotel sein werde. Gut 20 km ging es auf der N634 so dahin. Auf die Karte geblickt wurde mir klar, dass die AS-380 von der Richtung her die bessere Wahl sein würde.

Mit einem Mal fühlte ich mich in eine Landschaft abgezweigt, die der Toskana ziemlich ähnlich war: landwirtschaftlich genutzte Hügel. Ich stieg langsam hinauf zur “ kleinen Passhöhe“ von 402 Höhenmetern. Viele spanische Rennradfahrer nutzen diese Strecke, wahrscheinlich auch wegen der Urlaubszeit.

Die letzten Tage habe ich schon mehrmals die Feigenbäume inspiziert: die Feigen sind hier noch nicht reif, noch steinhart. Aber es boten sich am Anstieg wunderschöne reife Brombeeren auf der Mauer, die meinen Vitaminhaushalt auffrischten: „Les mûres sur le mur sont mûres. „

Die Abfahrt nach Villavisciosa war berauschend – ungefähr 10 km leicht bergab mit wunderbarer Aussicht. Die Gegend war für mich authentischer als die Toskana.

In Villaviciosa traf ich zufällig auf die Casa de los Hevia, ein Haus, in dem Karl V. vier Tage im Jahr 1517 übernachtet hat. Ja genau der Karl V., dessen Sohn Don Juan d’Austria geb. 1547, gezeugt während seines fast einjährigen Aufenthalts in Regensburg mit Barbara Blomberg.

Als er in Spanien in der Nähe an Land ging, war er erst 17 Jahre und stand vor der Übernahme der Krone Spaniens und der Wahl zum Kaiser des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation. So konnte ich einfach eine Verbindung sehen zwischen den beiden Städten.

Außerhalb ist ein Horreos neben dem Gebäude, ein Spanier macht mich an, das Rad könne man so nicht stehen lassen, wenn doch jemand ein Foto machen wolle …. Als ich weiter fahre schneidet mich einer bei der Abfahrt im Kreisel. Mein Eindruck, dass es mit der Freundlichkeit hier nicht sonweit her ist.

Hinter dem Ort ist ein Sumpfgebiet, das zum Schutzgebiet erklärt wurde und sich an der Straße mindestens 5 km hinzieht.

Ich trete weiter bis zu Unterkunft. Im Ort ist eine Sidreria, wo das Mittagsgeschäft brummt. Ich will nicht wieder in die Situation des gestörten Biorhythmus kommen, also auf zum Mittagessen.

Chorizo in Sidra, Pollo con Ajillo, Salat, Pattatas Frittas mit Caña und zum Abschluss ein Kaffee. Zur Not kann ich mich so den Rest des Tages flüssig ernähren.

In der Unterkunft in Colunga angekommen wiederhole ich das tägliche Waschritual, auch wenn es hinterher zum nahe gelegenen Strand Playa de la Griega in einhalb Kilometern geht – Schwimmpilgern – ist eh die letzten Tage zu kurz gekommen am Meer. Das Wasser hat anständige Temperaturen mit 21 Grad. Es sind zwar genügend Leute da, aber es ist für die Anzahl sehr ruhig und geordnet.

Heute scheint der Tag der Vergesslichkeit zu sein: auf dem Weg zum Strand merke ich, dass mein Handtuch fehlt; im Hotel in Oviedo habe ich meinen Haustür- und Fahrradschlüssel vergessen, zum Glück haben sie ihn gefunden und schicken ihn auf Nachfrage an meine Heimatadresse- muss ich mich halt mit dem Ersatzseilchenschloss behelfen bis ich wieder daheim bin. In Italien gab es wenigstens den Hl. Antonius von Padua, der für die Schlamperei zuständig war. Oder rieselt schon der Sand durchs Oberstübchen? Zumindest ist kein Loch drin, sodass der vom Strand hätte hineinkriechen können.

Fazit für heute: 65 km, 613 Höhenmeter. Biorhythmus im Griff und Schwimpilgern, bei der Vergesslichkeit hapert’s ….

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 44: Zurück an die Küste“
  1. Sand, auf der ganzen Welt zugegen,
    liegt auf vielen Plätzen und Wegen,
    man findet ihn am Meeresstrand,
    und wohl auch in Samarkand,
    generell im Morgenland…
    in Dubai baut man sogar auf Sand! 🤣
    Auch in allen Wüsten fliegt er rum,
    kriecht den Leuten unter die Kleidung,
    wenn’s stürmt auch in die Ohren,
    und auch in alle Poren,
    sogar in Thomas Oberstübchen,
    läßt sich – so wurd‘s mir zugetragen – Sand finden! 😂😂😂

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