Di.. Juli 28th, 2026

Tag 4: In die Schweiz nach Rappersvil

Nach dem Frühstück schaffte ich heute die Abfahrt um acht. Gleich hinter Bermattingen führte der Weg hundert Höhenmeter hoch zu Maria zum Berg Kamel. Ein erster Ort zum Rasten und Staunen beim Ausblick.

Danach geht es fast die gleichen Hõhenmeter wieder runter nach Meersburg. Von dort setze ich über nach nach Konstanz: Pilgern zur See.

Meersburg lasse ich liegen, da schon mehrmalig besichtigt bei meinem dienstlichen Verweilen am Bodensee. Auch könnte ich Ingo und Tanja nicht mehr treffen, die dort bereits am Samstag zum Königssee aufgebrochen sind.In Konstanz hole ich mir den Pilgerstempel und frage im Touristenbüro, wie man Konstanz in 30 min besichtigen kann: ganz einfach alles Kompakt um Altstadt und Münster.

Auch gibt es dort ein Jan-Hus-Haus. Jan Hus reiste durch meinen Heimatort Bärnau zum Konzil nach Konstanz 1414 und wurde dort als Ketzer verbrannt.Gleich geht es 200 Höhenmeter hinauf bei aufziehender Hitze – warum tue ich mir das an? Weitertreten! Die Mittagshitze überwinde ich hinter der Pfarrkirche in Frauenfeld, ein ruhiger Ort mit einem Trinkwasserbrunnen vor der Kirche. Nachdem ich gelesen habe, dass die heutige Pilgerherberge nur Bargeld akzeptiert, plane ich einen Halt bei der Raiffeisenbank in Winterthur ein. Sie liegt gleich am Bahnhof. Dort wird mir zweimal ein magnumartiges Eis aufgedrängt – ich wusste gar nicht, dass es in der Schweiz auch etwas umsonst gibt. Am späten Nachmittag muss ich noch etwa 400 Höhenmeter bergauf treten um nach Rappersvil zu kommen. Ein Verein betreibt dort ein Jakobs-Pilgerherberge, wo mich Remy schon erwartet.

Er weisst mich ein in Zimmer, Sanitäranlagen und Küche/Aufenthaltsraum. Ich frage ihn, wo man dort zum Abendessen hingehen kann und er empfiehlt mir das Dieci an der Strandpromenade. Nachdem ich geduscht habe, kommen wir zum Schluss, dass wir doch dort gemeinsam Abendessen gehen könnten.

Remy ist 69 Jahre alt und ist den Jakobsweg 2017 gegangen beim Eintritt in die Rente. Die Übernahme des Dienstes in der Pilgerherberge wie eine Auszeit, ein Pilgern auf Zeit, da er sich aufgrund der gesundheitlichen Lage seiner Frau keine lange Abwesenheit leisten.kann. Für ihn ist Pilgern Begegnung mit Menschen und Erfahrung der Spiritualität. Nach dem Abendessen nimmt er mich mit ins nahe Kapuzinerkloster, wo es noch eine 15-minütige Abendmeditation gibt.

Zusammenfassung des Tages: 109 Landkilometer, 934 Höhenmeter, ein interessantes Gespräch mit Remy über Pilgern und das Leben.

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 4: In die Schweiz nach Rappersvil“
  1. Die Sage von Rapperswil:

    Graf Rudolf war auf der Pirsch,
    er jagte einen kapitalen Hirsch,
    doch Mechthild bat um Barmherzigkeit,
    ihr taten die Tiere leid,
    daraufhin ließ sich der Graf erweichen,
    und musste das Rehragout von der Speisekarte streichen,
    und zum Schluss das Beste,
    er baute dort `ne Feste!

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