Am Morgen hatte ich mich wieder gut erholt nach den gestrigen Strapazen. Heute ist schon der zweite Tag, wo ich offiziell Sabbatianer bin, also mein Gehalt wird aus einem Konto bezahlt für die Monate Juli und August, für das ich vorher auf Gehaltsanteile wie Bonuszahlungen verzichtet habe.
Gefrühstückt, zusammengepackt, Pilgerstempel in der Touristeninformation abgeholt: es könnte losgehen. Der Weg schlängelt sich wie gestern größtenteils auf ehemaligen Bahnwegen weiter. Sogar Teile der ehemaligen Bahn werden von Liebhabern noch weiterbetrieben.

Meine Motivation zum Bergfahren hat mich dazu verleitet, eine Extrameile zum Pont sauveur tu treten, ein 150-Höhenmeter-Zuckerl.

Weiter am Weg bietet sich mir die Frucht-Geschmacks-Achtsamkeitsübung am Wegesrand an: Himbeeren und Johannisbeeren – eine gute Vitaminaufnahme nach dem Frühstück.

So trat ich langsam 25 km hinauf hinauf , um dann in etwa die selbe auf einer Bahnstrecke wieder hinab. Gegen eins ist Zeit für eine Mittagspause, es bietet sich das Restaurant des Délices de Lavoûte an: Entenbrust mit Blaubeersoße, köstlich! Dazu einen Rosé. Über das Dessert hülle ich den Mantel des Schweigens.

Da könnte es gut gestârkt weitergehen. aus den Kommentaren von Roman höre ich heraus, dass er Pilger mit Askese gleichsetzt. Meine präferirierte Variante ist das Genusspilgern. Achtsamkeit mit bewusstem Genuss – herrlich! Der Körper will wohl gestärkt sein für die nächste Etappe. Und die will kommen!
Zuerst Mal geht’s durch das Loire-Tal: am Oberlauf besteht sie größtenteils aus Schluchten. Auch schon Mal ein Schlösschen ist dabei.

Ich erreiche Le Puy, der Ausgangsort für die französischen Jakobspilger. Schon beim Ortseingang sieht man die mit Kirchen bebauten Vulkankegel.

Natürlich muss da ein Kathedralenbesuch und ein Pilgerstempel rausspringen.

Nach den gestrigen Erfahrungen trödele ich nicht lange Rum und mach mich auf den Weg. Apples und Googles Routenplaner zeigen Varianten mit weiteren 800., 900, gar 1000 weiteren Höhenmetern. Zur Ehrenrettomuss man sagen, dass der Radweg kontinuierlich mit Bahnradwegsteigungen auskommt.
Ich hatte nur die Tour von heute mir gestern mitngut 15 km vorgestellt und mit weniger Höhenmeter – aber man kann sich täuschen.
Aber nicht wie geplant um sieben, sondern erst nach acht komme ich in Padelles an. Restaurant und Hotel sind geschlossen. Der Inhaber lotst mich per Telefon ins Gebäude, von dort zum Schlüsselkasten und am Schlüssel ist sogar ein Gutschein für die Halbpension im Restaurant La Renaissance. Dort werde ich gut satt mit Terr isine, Kartoffelgericht mit Kalorien und Frischkäse mit Fruchttopping, das bei einem guten Viertel Wein.

Tagesbilanz: 115 km, 1577 Höhenmeter.



Zufriedener Tag, viel schöne Landschaft und die Freude am Bergfahren wiederentdeckt.

Bonjour Thomas,
kommst gut voran trotz Hitze und Wind! Lese gerne Deine Erlebnisse. Weiter gute Reise, hab hier in Paris auch Markierungen des Jakobswegs entdeckt.
Viele Grüße
„Auch schon mal ein Schlösschen ist dabei“
wie das klingt – so: naja, mei…
Über 400 Renaissance Schlösser schmiegen sich
an die Loiretalhänge ganz herrlich!
Die Region ist auch bekannt für ihre Weingüter,
aber das weiß Thomas ja,
der Genusshüter 🙂
Das war ja mal eine entspannte Etappe,
die nächsten die kommen sind nicht von Pappe,
bald geht’s ab pour la montagne,
da fängt die Quälerei erst an 🙂