Mi.. Juli 29th, 2026

Tag 11: Vienne und die Via Fluvia

Obwohl mir verschiedenste Personen abgeraten hatten, den Radweg zwischen Lyon und Vienne zu nehmen, könnte es mein Ego nicht überwinden, anlasslos zum Zugpilgern überzuwechseln.

In der Früh noch schnell einen Pilgerstempel eingesammelt, schob ich mich mit Denis Track Richtung Süden. Er hatte mir einen von Genf über Lyon und Toulouse bis zu seinem Haus in den Pyrenäen unter dem Namen “ Road to the Pyrénées“ zusammengestellt. Also rein damit in die Navi und danach fahren.

Nachdem die Route etwa 1100 km lang ist, meckert die Navi schon beim Laden: sie könne nicht alle Abbiegehinweise mit einstellen. Beim Benutzen des Tracks sieht man, dass weniger als ein Zehntel der Wegpunkte nur gespeichert sind, also grob und ungenau. Immerhin war darin zwischen Lyon und Vienne eine „Itinéraire provisoire“ abgebildet, jedoch bin ich so einen Wurzelpfad noch nie gefahren. Aber geben wir Denis Route mal eine Chance.

Sie bringt mich sicher nach Vienne, die Stadt scheint der Römerort in Gallien zu sein. Ein interessanter Ort, in dem man zwei Tage verweilen könnte. Ich selbst verbringe dort etwa 90 Minuten.

Ich greife noch einen Pilgerstempel im Touristenbüro um 12:30 ab, bevor es schließt, und mache mich gleich wieder auf dem Weg. Etwa 5 Kilometer weiter ist eine Ausflugsgaststätte an der Rhone, ich bin Hungrig und durstig, also setze ich mich gleich hin. Ein Metzgerschnitt mit Pommes.und Salat und anschließend ein großer Eisbecher sollen den einsetzenden Gewichtsverlust zumindest dämpfen, wenn sie ihn schon nicht lindern können.

Ich bleibe noch sitzen bis knapp halb vier und dann merke ich, das wir erst 40 km von den 140 geschafft sind. Auch setzt noch Regen ein, bei dem ich mich kurz unterstelle.

Aber es liegen noch knapp 90 km und viele Höhenmeter vor mir. Routings mit Apps kommen auf 1200, aber ich denke in meiner Naivität, Denis hat schon die Idealroute mit durch die Berge gelegt. OK, bis Annonay geht es 350 Höhenmeter hoch, diese gut gemeistert, mich im Aldi eingedeckt mit Getränken und Bananen, der einfach so am Weg liegt, geht es auf einmal runter im Ort und da beginnt die Via Fluvia. Ein Schild verspricht etwas von 200 Höhenmetern in Summe. Es ist eine alte Eisenbahntrasse, dem Vizinalbahnradweg von Wiesau nach Bärnau nicht unähnlich, nur durchgehend geteert. Juhu! Das scheinbar unmögliche scheint möglich zu werden, dass ich die Unterkunft Hotel Les Platanes in Montfaucon noch erreichen kann in etwa 50, es is so gegen 6. Ich sah mich schon in den Bergen im gebüsch eingerollt schlafen.

ich kurble langsam hoch und môchte in Gedanken Denis schon zum Ritter für die fahrradfahrende Ehrenlegion vorschlagen, bis mir dann Zweifel kommen bei dem Schild.

Das 200 Höhenmeter- Bugetnist somit schon weit aufgebraucht- doch es sollen noch weitere 700 kommen. Die Landschaft ist mir vertraut – dem Bayrischen und Oberpfälzer Wald nicht unähnlich. Die Via Fluvia ist zu Ende, ich muss auf die Hauptstraße und es geht weit bergauf.Kurz vor 9 bin ich an der Passhöhe – das Schild zeigt noch 17 km bis zum Ort. Oje, da habe ich heute zu lange getrödelt und nicht geplant!

Kurz vor zehn, die Sonne ist schon untergegangen, erreiche ich erschöpft die Unterkunft nach 135 km und 1451 Höhenmetern.

Der Inhaber spricht mich auf Deutsch an, das habe er sich beigebracht für die Pilger, nein, er sei noch niemals in Deutschland gewesen, und auf meine Bitte, mich nicht mit leeren Magen ins Bett gehen zu müssen, kredenzt er mir noch eine Aufschnitt Platte mit Rotwein – Desert und Kaffee lehne ich dankend ab.

Fazit des Tages: Die Weisheit „Sauber verplanen und zügig umsetzen“, die uns der gute Herr Kruthemeier ins Stammbuch für Projektleiter geschrieben hat, hätten heute gut getan ….

Von admin

3 Kommentare zu „Tag 11: Vienne und die Via Fluvia“
  1. Diesmal hatte sich Thomas verzockt,
    zu lange beim Schlemmen in Café gehockt.
    Ach Du Schreck, es wird bald vier,
    jetzt aber schleunigst weg von hier!
    Er kämpft sich über Berg und Tal,
    es wird immer später, der Himmel wird fahl,
    er tritt die Pedale fest mit den Füßen,
    hoffentlich muss er das nicht büßen…
    Siehst Thomas Du den Korrigan nicht?
    Der Korrigan wartet bis das Tageslicht erlischt,
    Mit letzter Kraft erreicht Thomas das Ziel,
    dem Korrigan das gar nicht gefiel!

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