Sa.. Sep. 12th, 2026

Am Sonntag ist es vormittags immer recht ruhig auf den Straßen. Ich schlängele mich auf Radwegen wieder hinaus aus der Stadt und mache noch schnell ein Bild vom zweiten Stadtstrand gleich hinter dem Hotel.

Beim Rad tritt wieder das Problem auf wie gestern: ich kann hinten keinen kleineren als den fünften Gang benutzen, naja, scheint ja flach zu sein – die ersten 10 km ja. Es geht ein wenig durch Einkaufs- und Industriegebiete, dann wird es ländlich. Die Horreos nehmen heute wieder andere Formen an.

Doch dann kommen einige deftige Anstiege. Zu faul für eine weitere Reparatursession auf freiem Feld trete ich die Berge im 5. Gang hoch – Kraftraining für die Beinmuskulatur. Das erfordert dann einen Kaffeestop nach Überwindung von 300 Höhenmetern in der verschärften Form 7 km vor Oviedo.

Zufällig schickt mir DIE ZEIT die Wochenmail, wo in einem Artikel darüber, wie man länger lebt und was man ab 50 dafür tun kann, die Wichtigkeit des Kraftrainings betont wird. Habe ich damit heute meinen Beitrag geleistet? Sollte ich die Schaltung jetzt gar nicht mehr reparieren? Wenn man dran glaubt, hilft’s vielleicht – ich repariere lieber in Oviedo meine Schaltung, was natürlich zu schwarzen Fingern führt.

Ich schiebe und rollere durch die Innenstadt, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen.

Heute ist auch Markt und die Innenstadt ist etwas überlaufen. So begebe ich mich zum gebuchten Ibis Budget am Stadtrand, Duschen, Waschen, Hübsch machen, um dann mir am späten Nachmittag alles genau anschauen zu können, vor allem den Dom.

Natürlich sind die spanischen Gepflogenheiten nicht mit meinem Radl-Biorhythmus synchronisiert: Essen gibt es nur von 1 bis 4, zu bestellen nach 3 am Nachmittag nur in Ausnahmefällen, und dann gibt es wieder was zu Essen frühestens um acht, manchmal halb neun oder auch erst um neun. Ähnlich ist es mit den Besichtigungszeiten: Sonntag Nachmittag macht alles zu. Also kann ich diverse Fotos von außen machen, aber auf die Dauer wird es auch eintönig und die Caña am Kathedralenplatz ist eine willkommene Abwechslung.

Dann schauen wir doch Mal, ob es mit einer Abendmesse im Dom was wird, zumindest eine Chance reinzukommen.

Meine spirituelle Mission kann ich ja mit dem Pilgerausweis nachweisen. Eigentlich hatte ich ihn eingesteckt, um den halben Preis für den Kathedraleneintritt zu bezahlen- nur 4 € statt 8.

Das Archeologische Museum gleich nebenan hat die gleichen Anwandlungen.

Zum Glück finde ich eine Sidreria, die schon ab 5 geöffnet hat und durchgehend die Küche geöffnet hat: la Cabana. Natürlich müssen es die Klassiker sein; Sidra und eine Fabada, ein Bohneneintopf mit geräuchertem Wammerl, Chorizo und Blutwurst.

Der Sidra wird aus großer Höhe eingeschänkt, was nicht nur ein Ritual ist, sondern für die richtige Belüftung aufgrund des niedrigen Kohlendioxidgehalts und zur Geschmacksentfaltung dienen soll.

Eine Tarta de la Abuela (Torte von der Oma) rundet das Mahl ab.

Fazit für heute: 31 km, 445 Höhenmeter. Wenn es sich weiter so schlecht vereinbaren lässt mit dem Biorhythmus, muss ich auf Bierdiät umsteigen und in die Benediktinische Fastenart einschwänken, die ihre Pforten auch nicht geöffnet haben ….

Zum Glück hat mich eine Sidreria davor bewahrt.

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 43: Oviedo“
  1. War der ZEIT Artikel ein Wink des Schicksals?
    Zum langen Leben gehört die Mühsal!
    Krafttraining und Ausdauersport sind das Eine,
    aber auch Enthaltsamkeit beim Bier und Weine!,
    jaja, Thomas, das ist etwas tricky,
    aufgepasst, sonst wird’s nix mit Longevity!
    (Jedoch, Thitonos fand‘s am Ende auch nicht mehr toll,
    als nur noch seine Stimme erscholl 😫)
    Aber ich glaube da hilft kein Ermahnen,
    ich seh schon Thomas Vorsätze erlahmen,
    Nächster Stopp: Sidrerida – das tut gut!
    auf ein langes Leben – salud!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert