Sa.. Sep. 12th, 2026

Da ich genügend Zeit habe bis zur Sonnenfinsternis, teile ich die Etappen in etwas kürzere Abschnitte auf. Heute steht das Fischerdorf Cudillero an. Wegen des kommenden Wochenendes verdoppeln sich fast die Preise in der Region. Einen ähnlichen Effekt bemerkte ich schon letztes Wochenende in Finistere.

Somit bleibt heute genügend Zeit, beim Frühstück etwas rumzutrödeln. Eine 7- köpfige französische Reisegruppe geht den Camino del Norte und ist sehr auf sich selbst fixiert.

Ich nehme wieder die sehr ruhige Bundesstraße Richtung Osten. Es wiederholt sich der tägliche morgentliche Anstieg. Da kommt man in einen Modus des meditativen Nachdenkens.

Heute ist in Bayern letzter Schultag und damit Ferienbeginn. Ich fahre zu einem Fischerdorf. Da fällt mir Heinrich Bölls Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral ein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Anekdote_zur_Senkung_der_Arbeitsmoral?wprov=sfla1

Es ist was Wahres dran, dass wir nicht dem Falschen hinterherlaufen sollen, wenn wir etwas Anderes wollen. Doch ist es der Traum, nur faul in der Sonne zu liegen? Vor fast 20 Jahren ist Randy Pausch gestorben, ein Professor für Computer Vision an der Carnegie Mellon University. Bei ihm hatte man Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert und darauf hin hat er seine „Last Lecture“ – die letzte Vorlesung als Brauch für einen emeritierenden Professor – gehalten mit dem Titel: How ro reach your childhood dreams. Unbedingt sehenswert!

https://share.google/jGGv25nobvVwGhfRo

Seine Träume erreichen: ich hab als Kind mit dem alten Autoatlas geplant, wie ich nach Paris mit dem Fahrrad komme. Paris ist es nicht geworden, aber Santiago de Compostella. Ist schon mal was. Nur faul rumliegen war nie das Meinige. Um den nächsten Traum kümmere ich mich, wenn ich zurück bin.

Von Ferrrol bis Gijon führt eine Schmalspureisenbahn, die an fast allen Orten hält, wo auch ich die letzten Tage vorbeigekommen bin. Vielleicht wäre dies auch einmal eine Idee, so Bade-Zug-Wander-Urlaub zu machen, sie ist zum Glück noch in Betrieb.

Die Horreos haben heute eine etwas andere Form.

Gegen Mittag halte ich an einer Bar für einen Kaffee. Aber es ist noch zu früh zum Mittag machen. Ich radle weiter. Die Hauptstraße fährt heute Schlangenlinien und dabei auf und ab. Gestern habe ich schon Sidra gesehen, heute sehe ich die Apfelplantagen dazu.

Da muss ich doch gleich einen in der nächsten Pause probieren. Ich frage die Frau an der Bar, ob sie einen habe. Na klar, sie stellt mir eine Flasche mit 0,7 l hin, ich dachte an ein Glas. So kann ich mich der Schlangenlinienhauptstraße hinterher mental anpassen. Vielleicht wird es doch nicht so schlimm: der Alkoholgehalt ist 5,7%, so wie bei einem Bier. Restsüße ist relativ wenig noch drin enthalten. 3,50 € , fair!

Als ich in Cudillero angekommen bin, merke ich schon, dass es ein sehr touristischer Ort ist. Vielleicht darf ich es kastilisch Klein-Amalfii nennen.

Nach dem Duschen und Trickotwaschen nutze ich die erste Lage im Fußgängerbereich, meine Verehrung für Eddy Merckx auszudrücken.

Dann schlendere ich durch den Ort. Luarca gestern und Cudellero sind sich da nicht so unähnlich, Zweimal was Ähnliches reicht dann auch wieder. Was wird dann morgen wohl Gijon hergeben?

Zum Abendessen setzte ich mich in die Taberna del puerto und bestellte mir Chipirones (kleiner Tintenfisch) mit Salat und Sidra, im Anschluss einen Schokokuchen und einen Cortado descafinado.

Die Oma auf dem Sidra-Emblem von 1947 hat mich wieder angelacht 😉

Fazit für heute: 53 km, 873 Höhenmeter. Küstendörfer leiten zum Müßiggang an.

Von admin

Ein Kommentar zu „Tag 41: Nach Cudillero“
  1. Willst Du die Arbeitsmoral in D senken,
    musst Du nur der SPD Deine Stimme schenken,
    dann kannst Du faul rumliegen,
    auf Staatskosten, die Bärbel wird’s hinbiegen 🥲
    Aber Thomas zeigt den Königsweg,
    wie es noch viel besser geht –
    an Spaniens Küste mit dem Radl entlang,
    mit viel Cidre, ganz entspannt,
    am Abend gemütlich eine Ortsbesichtigung gemacht,
    und den ganzen Abend mit Oma gelacht! 🤣🤣🤣

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