Zuerst muss ich wieder Rückschau halten: in den Wochen 2 und 3 habe ich ganz Frankreich durchquert: von der schweizer Grenze bis zur Hälfte der Tarn, die Woche 3 dann bis Saint-Jean-Pied-de-Port. Höhepunkte war das Treffen mit alten Freunden und natürlich die Tour der France.

Gestern durfte ich wieder das Pilgerleben in der Herberge erleben. Ich scheine nicht der einzige Schnarcher auf dieser Welt zu sein. Außerdem fehlt mir das Privatleben und dass ich die Sachen so sicher abstellen kann, wie ich will.
Schon seit Samstag Mittag bewege ich mich durchs Baskenland. Baskisch ist eine eigene Sprache, die im französischen und spanischen Teil des Baskenlands gesprochen wird mit entsprechender Skepsis gegenüber der Hauptsprache im jeweiligen Land. Die Unzufriedenheit wurde in beiden Teilen an Ortsschildern ausgedrückt.

Ich starte am Morgen gegen acht,.so konnte ich zwei Stunden in Ruhe für mich haben in der Herrberge. Ich bereite eine Route vor, entscheide mich aber beim Losfahren für die Hauptstraße.

Der Morgen ist kühl bei bedecktem Himmel Richtung Pamplona. Nach etwa 10 km gibt es einen riesigen Supermarkt an der unsichtbaren Grenze. Ich kaufe mir Baguette, eine Chorizo und Schafskäse. An der Bar vor dem Geschäft einen Kaffee mit Milch. So kann ich die gut 900 Höhenmeter ohne Schieben hochtreten und erreiche schließlich gegen Mittag den Ibanetan-Pass.
Ich denke, mit dem Höhenmetertraining für heute fertig zu sein, doch verstecken sich dann noch weitere 400 bei anschließenden Zwischenanstiegen.

An der Passhöhe befindet sich das berühmte Rolandsdenkmal – er hat 774 als Heerführer für Karl den Großen die Truppen in dessen Spanienfeldzug geführt. Die Basken haben sich gegen die Zerstörung der Stadt gewehrt und Roland dann von Hinten vernichtet.

Ich erreiche nach der ersten Abfahrt Roncesvalles, dem Jesuitenkloster als erste große Pilgerstation nach der Passhöhe.

Ein italienisches Paar macht noch schnell ein Bild vor der Meilensteintafel nach Santiago mit mir: weniger als 800 km!

Anschließend geht es nochmal rauf und runter, bevor ich dann in das Gebiet von Pamplona komme.
Ich hatte mich schon gewundert, warum ich keine bezahlbare Übaernachtung im Stadtgebiet gefunden habe. Es ist San Fermin und die Menschen feiern auf den Straßen in weißer Kleidung mit einem „Roten Tupfer“, wie einer Schärpe oder einem Halstuch.

Wie ich am Abend beim Innenstadtbesuch nach dem Check-in in einer Vorortunterkunft erlebe, ist die Stadt voll im Ausnahmezustand, mehr als zum Regensburger Bürgerfest. Auch sind alle Kirchen und Sehenswürdigkeiten über Tage geschlossen.


Das Abendessen wird somit etwas kulinarisch dürftig, da ich mir dann auf dem Rückweg Dürüm mit Pommes gönne.
Fazit des Tages: 76 km + 16 km für den abendlichen Stadtausflug, 1293 Höhenmeter. Man sollte temporäre Ausnahmeregionen kennen und dann meiden.


Au revoir, France – bienvenidos, España!
Kaum sind drei Wochen rum, schon ist Thomas da 🤣,
2100km und knapp 2x den Mount Everest hoch,
aber nicht vom Basislager, sondern vom Meeresniveau! – Chapeau!
Respekt, aber das war erst der Vorgeschmack,
noch musst Du Spanien durchqueren, ein weiterer Kraftakt!
Zumindest konntest Du der Stierhatz entkommen,
hätte Deinem Rad nicht wohl bekommen 🐂