Am ersten Tag nach Beendigung der Pilgerreise war ein Ausflug mit dem Rad zur Düne von Pyla angesagt. Mein kleiner Sohn und meine Frau wollten ihr Rad nicht mitnehmen, man könne sich ja eines lokal mieten. In Anbetracht der Preise wurden es die Einstiegsmodelle. Weil mein kleiner Sohn etwas gesundheitlich angeschlagen ist und in etwa die gleiche Körpergröße hat wie ich. Schlug meine Frau einen Radtausch für uns beide vor. Somit durfte ich mit der „Gurke“ zu den Dünen radeln.

Es waren zwar nur wenige Unterschiede, die aber einen großen Einfluss auf Fahrgeschehen und Zufreidenheit haben:
- fehlende Gangschaltung
- Standartsattel wie das Sofa von Oma
- breite nur halb aufgepumpte Reifen
- keine Klickpedale
- Felgenbremsen
- komplett falsche Einstellung (Sattelhöhe und -neigung, Lenkerabstand und Höhe ohne möglichkeit dies verändern zu können).

So wurden die 10 km einfach mit den geschätzten 70 hm beim Ausgangspunkt der Dünenbesteigung zur Anstrengung mindestens einer 30 km Ausfahrt. Also liebe Leute: Wenn ihr den Spaß am Radfahren nicht verlieren wollt, achtet auf ein anständiges Fahrrad! Meine Frau versuchte es mir positiv zu verkaufen, ich brauche ja eh noch ein gewisses Quantum Rad zum Abtrainieren und bei den kurzen Distanzen des Familienausflugs wären die Bedingungen für mich ja ideal, wenn sich alles mindestens dreimal so anstrengend anfühle.
Was diesmal nicht so zugeschlagen hat wie auf der Pilgerfahrt, war das Gewicht der Zuladung: Handtücher und Picknickdecke waren zu vernachlässigen gegenüber dem Pilgergepäckgewicht.
Auch hat sich das Körpergewicht schon seit Beginn der Reise reduziert- ich schätze 5 kg nach Gefühl und nach den Hochrechnungen aus der Daumenregel vin der Italienumrundung: 1 g entspricht einem Kilometer, noch nicht korreliert mit den etwa doppelten Höhenmetern im Vergleich dazu.
Ich habe gesehen, wie verschiedene Fahrer das Rad-Gewichtsproblem versuchen zu optimieren: Martina mit niedrigem Körpergewicht und High-Performance-Training über Jahrzehnte bei Keksverzehr zur Leistungserhaltung, Alfons mit Gepäckminimierung z. B. ohne Handtuch und Alkoholkonsum zur Kalorienzufuhr und Stimmungsaufhellung.
Martin aus Prag hatte in seinem Gravel eine kleine elektrische Hilfe eingebaut, die ihm die Fortbewegung erleichterte.
Pavel aus Polen, den ich zweimal traf, fuhr mit Badeschlappen und Zelt, was sein Fortkommen sichtlich erschwerte.
Für alle die mehr mit motorisierten Vierrädern zu tun haben wissen sehr wohl um die Unterschiedlichkeit von Klassen, Antriebsarten, Ausstattung usw.
Das AdBlue- Problem konnten wir schließlich durch ein komplettes Rücksetzen per Diagnose des Antriebssystemssystems in einer Feut-Vert-Werkstätte lösen, nachdem uns ein hilfreicher Schweizer mit bayrischen Wurzeln zu der gut ein Kilometer entfernten Werkstatt geschleppt hat.
Zurück zu den körperlichen Problemen, die bei mir beim Radfahren auftraten:
- Taubheit in Handfläche, ein Krippeln, das sich nach Schütteln des Armes wieder verging
- leichtes pelziges Dauergefühl im rechten Fuß, wahrscheinlich ausgelöst durch die Passform der Schuhe.
- Magnesiummangel löste anfangs in der Nacht Krämpfe aus, die nach regelmäßiger Zufuhr aufhörten.
Knieprobleme traten überhaupt keine auf so wie bei der Italienreise, da durch richtig eingestelltes Klickpedal mit Schuhen mit Einlagen und fester Sohle anscheinend alles richtig war.
Und zuletzt nun als Daten und Fakten der Reisetage mit Komplettauswertung, denn ihr wisst ja: traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast 😉


Und welches Land steht naechstes Jahr an?😄
Das ist noch nicht raus, wann ich das nächste Mal länger frei bekomme. Aber nach dem Süden, Italien, und dem Westen mit Spanien und Frankreich wäre dann der Osten dran: das Baltikum und Rumänien wären natürlich interessant.