Mi.. Juli 29th, 2026

Tag 16: Freunde besuchen um Toulouse

Am Morgen holte ich nach dem Frühstück die überfällige Reparatur der Vorderbremse nach; ich hatte die Bremsbeläge schon als Ersatzteile dabei. Im Italienurlaub hatte ich die Reparatur bereits für die Hinterbremse durchgeführt, aber in 4 Jahren alles wieder vergessen: das YouTube- Video hilft. In 15 Minuten ist alles erledigt inklusive der Reinigung auch der Reifen.

Ich nehme mir die ersten 20 km bis Gaillac vor, Mal sehen was der berühmte Weinort zu bieten hat. Nach gut einer Stunde treffe ich dort ein, rollere etwas im Ort herum. Die Kirche St. Michael der Benediktinerabtei wird gerade renoviert und ist nicht zugänglich – nur die Weinabteilung.

Da ich weiter will nach l’Isle-sur-Tarn, wo mein Freund und Kollege Alexandre lebt, trete ich wieder in die Pedale.

Wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Vor 8 Jahren haben wir zusammen in Rabastans, einem weiteren Punkt auf Weg nach Toulouse, zusammen auf der Caballier-Colle-Orgel gespielt, exakt an dem Tag, als dann beim Heimkommen ins Hotel davor bei einem Stuz mein Radius gebrochen ist.

Alex hat sich dort vor einigen Jahren mit seiner Frau ein Herrenhaus mit mehreren Hunderten Quadratmetern und großen Garten gekauft. Da sich das Paar aber scheiden lassen will, steht das Anwesen seit über 2 Jahren nun zum Verkauf. Wenn mein Lebensmittelpunkt Toulouse wäre, würde ich mir das Riesenhaus glatt kaufen. Es geht sein ganzes Gehalt für die Tilgung des Kredites drauf, das Haus ist seit der Trennungsabsicht seiner Frau eine Blockade für einen Neuanfang.

Die ganze Situation hat ihn über längere Zeit schon in eine Krise gestürzt.Wir tauschen uns aus bezüglich meiner Kinder, seiner Familie und der gegenwärtigen nicht rosigen Situation in der Firma.

Zum Mittag gehen wir ins lokale Kaffee am Marktplatz, das aufgrund der einzigen Öffnung am Montag im Ort ziemlich überlaufen ist.

Wir nehmen einen Aperitif und ergattern einen Platz.Das Essen zieht sich mit Vorspeise( Mayonnaiseeier) und einem gebratenen Rindersteak bis um zwei hin.

Unser Rückweg von gerade eben 2 Minuten führt an der Kirche vorbei. Leider hat er gerade keinen Schlüssel für die Orgel dabei, weshalb das Ausprobieren des dortigem Instruments ausfällt. Zurück in seinem „Schloss“ angekommen unterhalten wir uns übers Haare schneiden und dass bei mir die nächste „Schur“ ansteht. Alex ist pragmatisch – wenn ich wolle, könne auch er mir die Haare schneiden. Gesagt -getan, schon ist der dicke Pelz ab und unterm Helm glänzt wieder das Sommerfell.

Eine kurze Dusche vor der Abfahrt tut auch noch gut. Alex präpariert noch die Flaschen mit Eiswürfel und Zitronensirup und schon muss ich los Richtung Toulouse.Die ersten 20 km eile ich im Sauseschritt durch die Hitze über Rabastens

und St. Sulpice auf der Hauptstraße, jedoch hat die Navi für mich eine Spezialvariante ausgesucht: sehr abgelegen und mit kleinem Höhenmetertraining von über 300 – ich wusste gar nicht, dass es um Toulouse solche Steigungen gibt.

Kurz nach sechs erreiche ich sie Innenstadt mit St. Sernin, dem dortigen Sammlungspunkt für Jakobspilger, um einen Stempel noch vor Schließung zu ergattern.

Auf die Bitte, ein Bild von mir in der schön bemalten Sakristei zu machen, lehnt die Stempeldame ab, dies sei verboten, also nach einem kurzen Rundgang Selfies

außerhalb. Für sieben habe ich mit Bertrand ausgemacht, einen ehemaligen Kollegen, der in der Zeit im Herbst 2017 die Firma verlassen hat, ebenso mit Romain, der die Firma 2022 verlassen hat. Beide wollte ich schon lange Mal wiedersehen, da hat Bertrand mich nach Tournefeuille, etwa 10 km vom Zentrum entfernt, eingeladen zum abendlichen Grillen und übernachten.

Die Hitze gibt etwas nach und ich erreiche sein Haus um viertel acht. Die Freude ist groß, ich muss zuerst viel erzählen, dann dusche ich die Hitze des Nachmittags ab. Die Gespräche drehen sich mit Bertrand und Romain über die Europäische Technologieindustrie und was aus den ehemaligen Kollegen geworden ist; mit der Familie auch über Sprachen und Schulsystem und natürlich kommt auch die bereits laufende Tour nicht zu kurz.

Ein schöner und unterhaltsammer Abend, bis wir kurz vor Mitternacht wohlgenährt von Grillgemüse, – Wurst und – Fleisch, sowie von den Mücken attackiert müde werden.Fazit des Tages: 99 km geradelt mit 550 Höhenmeter. Es ist immer wieder schön, Freunde zu treffen.

Von admin

2 Kommentare zu „Tag 16: Freunde besuchen um Toulouse“
  1. Meeting old friends again is always something truly special. There are endless stories to share, memories to revisit, and at the same time new perspectives, thoughts, and life experiences to exchange. These encounters often bring fresh energy and valuable insights.

  2. Gute Freunde möchte man nicht missen,
    mit ihnen lässt sich das Leben genießen,
    im Notfall ersetzen sie den Friseur,
    eine Kopfschur, die ist nicht schwer!
    Herrenhäuser haben ihren Scharm,
    machen Dich aber schnell arm…
    Auf nach Toulouse zu den nächsten copins,
    hoffentlich gibt‘s dort einen guten vin!
    Die Mühen haben sich gelohnt,
    werden mit einem Grillabend belohnt,
    Spécialités françaises – und viel Wein,
    wie kann es auch anders sein!
    Der Bauch ist voll, die Glieder schwer,
    jetzt ab ins Bett, sonst geht morgen nichts mehr!

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