Mi.. Juli 29th, 2026

Nachdem nun 2 Wochen vergangen sind, musste ich heute früh eine kurze Rückschau darauf machen. 

Mehr als 1500 km sind seither vergangen; ich bin über mehr als 13000 Höhenmeter geradelt bzw. geschoben. Ich hatte sogar schon Probleme, mich an die Reihenfolge der Übernachtungsorte zu erinnern.

Wo war die schönste Natur? Sicher die Schweizer Berge und Seen, auch das Zentralmassiv war beeindruckend.

Wo das eindrucksvollste Gebäude? Die Kirche in Einsiedel.

Was waren die beindruckenden Menschen? Alle für sich einzigartig. Am längsten hab ich mich mit Remy unterhalten.

Was waren die schönsten Momente? Jeder der mich kennt, weiß, dass ich beim Essen viel Freude haben kann.

Wenn ich die Art der Menschen vergleiche über die verschiedenen Länder vergleiche, fällt mir auf, dass die Schweizer am meisten zurückgezogen sind, und es nicht einfach ist, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Auch merke ich in Frankreich, das über ein Bonjour hinaus mich kaum jemand anspricht und wenn umgekehrt man sich als Aufdringling fühlt. In Italien war dies anders.

Nun zum heutigen Tag: die Route führt an der Bourbou zurück zur Tarn, an der dann weiter Richtung Albi. Die Gegend ist sehr landwirtschaftlich geprägt um die Flusstäler herum.

In Trépas muss ich nach ca 50 km um die Mittagszeit halten im Café du Thermes: für mich gibt es Burger naach Art des Hauses und eine Panna cotta zur Nachspeise. Es sind noch 33 km bis Albi.

Die Leichtigkeit der kühlen Morgentretens ist in der Mittagshitze dahin. Felder und Wiesen sind abgeerntet und haben stohige bis braune Farbtöne. Ich rieche wieder die Feigen. Heute verströmen sie einen besonders süßlichen Duft. Ob sie schon reif sind? Normalerweise doch erst Ende August. Wenn ich dann Bauchweh davon bekomme? Nachdem ich einige hundert Meter lang darüber nachgedacht habe, spendet ein Feigenbaum einem Auto Schatten und nun auch mir: die Untersuchung kann beginnen. Die erst Feige ist noch sehr grün und hart, OK, zwie Tage ins Trikot und dann Mal schauen, doch über mir ist eine schon reife Frucht. Lecker! Die erste frische Feige vom Baum dieses Jahr.

Die Mittagshitze ist einfach nichts zum Fahren, ab zur nächsten Erholungsinsel an der Straße.

Von unten sieht der Himmel doch auch ganz schön aus!

Ich bewege mich noch mechanisch durch die Nachmittagshitze nach Albi. In der Touristeninformation ist man bezüglich Pilgerstempel ziemlich ungeübt; man gibt mir einen schön aussehenden; ja die Kathedrale schließe um 6, also vor dem Hotel und dem Duschen in die Kathedrale von Albi.

Albi ist eine Stadt der Größe Passaus mit Universität, Bischofs- und Departementssitz ungefähr 80 km von Toulouse entfernt. Dorther stammt auch der Maler Toulouse-Lautrec, dem in seiner Geburtsstadt ein Museum gewidmet ist. Wie man sieht, wirbt auch die lokale Geschäftswelt mit ihm.

in der Kathedrale nochmal auf den Pilgerstempel angesprochen, hat man zwei Prachtexemplare von Albi in der Kathedrale, auch diese beiden kommen hinein in den Pilgerpass, also eine Seite Albi! Dies muss natürlich so sein, da ich als Jüngster-Gericht-Beauftragter des Italienischkurses (siehe Blog über das Pilgern) fündig geworden bin.

Nach dem Duschen gehe ich nochmals in die Kathedrale und höre dann das Jüngste Gericht untermalt von der über ihr thronenden Orgel – beeindruckend.

Denis kennt kein Restaurant direkt um die Kathedrale herum – ich finde das „Les jardins de l’archevêque“ – also die Bischofsgärten, die ein Menue découverte anbieten:

Köstlich! Vorspeise und Hauptgang.mit Entenleber. Ich komme voll auf meine Kosten.

Tagesergebnis: 83 km, 269 Höhenmeter. viel Hitze und Foi Gras.

Von admin

3 Kommentare zu „Tag 15: Auf nach Albi“
  1. So viele Kilometer hab ich im ganzen letzten Jahr nicht geschafft…
    Komplett verrückt, ich bin echt beeindruckt!

  2. In dieser Hitze macht‘s keinen Spaß,
    da freut man sich über jedes Naß,
    leider wird‘s wohl nicht besser,
    Und – außer durch‘s Schwitzen – auch nicht nässer.
    Im Südwesten brennt der Wald wie Zunder,
    ich hoffe da muss Thomas nicht runter.
    Die Kathedralen sind angenehm kühl,
    dort lässt sich‘s aushalten, ein gutes Gefühl!
    Das Problem sind die Strecken dazwischen,
    da kann man der Hitze nicht entwischen 🥺

    Respekt bzgl der zurückgelegten Strecke, Thomas! Weiter so!

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