Di.. Juni 2nd, 2026

Die Pfarrgemeinde St. Franziskus hatte im Herbst 2025 für Pfingsten im Folgejahr zu einer Reise nach Rom eingeladen: der Kirchenpfleger Robert Lerchenberger konzipierte die Reise – offizieller Titel „Rom – Inspiration für Kenner und Genießer“ , die über das bayerische Pilgerbüro organisiert wurde und als „Pilgerreise“ letzendlich angeboten wurde.

Robert hat eine Ausbildung als Lateinlehrer und nach seiner Pensionierung im Personalwesen seine Liebe zur Geschichte Roms entdeckt und forscht und schreibt zu einigen Themen. Die mehr als 200 Einführungsseiten zur geschichtlichen Vorbereitung gaben einen ersten Vorgeschmack auf die historischen Ambitionen. Ich hätte eher eine kulinarische Handreichung stattdessen erwartet. Aufgebrochen mit dem Zug am Pfingstmontag abend kamen wir am Dienstag Mittag in Termini an.

Ein erster Stadtrundgang rund um den Tiber, ausgehend von der Unterkunft Casa Maria Immakulata in Prati eröffnet den Besichtigungsreigen.

Am zweiten Tag ist die Papstaufdenz der Höhepunkt – das Treffen mit Leo erinnerte an den Pope-Star.

Der dritte Tag dreht sich um den Vatikan

und Santa Maria Maggiore. Am nächsten Tag folgt das Forum Romanum .

Der weitere Tag führt wieder zurück zu den vatikanischen Gärten und Museum.

Während der Romreise habe ich Erkenntnisse und Aussagen der Teilnehmer gesammelt, die mit dem Pilgern zu tun haben.

1) Pilgern kann man nur in einer kleinen Gruppe.

2) Pilgern kann man alternativ auch allein.

3) Eine feste Tagesstruktur hilft beim Pilgern.

4) Pilgerregel: Wein erst am Abend aber immer etwa zur gleichen Zeit im Kloster.

5) Besinnen ist Teil des Pilgerns.

6) Die katholischen 5 Bs sind anzuwenden.

7) Pilgern heißt suchen, manchmal auch das Essen auf dem Teller.

8) Pilgern heisst warten darauf, dass es weitergeht.

9) Pilgern sind Fussschmerzen und Hitze als Herausforderungen zur Buße.

10) Pilgern ist zur Ruhe zu kommen vom Alltag.

11) Pilgern ist die Wurzeln der Kirche finden ohne Verpflichtungen/Verantwortung ( z.B Ministranten).

12) Pilgern ist Zeit für einen Selbst.

13) Pilgern heisst sich sammeln: im Geiste und auf Plätzen.

14) Pilgern ist seinen Platz suchen.

15) Pilgern ist frühe touristische Infrastruktur.

16) Pilgern heisst, wir gehen brav katholisch über den Zebrastreifen.

17) Pilgern ist eine schmierige Angelegenheit: man muss ich wegen der Sonne einschmieren, muss aufpassen, dass man nicht ausgeschmiert wird, und man muss aufschauen, dass man nicht abschmiert, Es hilft, wenn man Security-Personal schmiert.

18) Pilgern ist für Anton „unterwegs zu sein“ , um Klarheit für den weiteren spirituellen Weg zu finden. Die Romreise ist kein Pilgern im eigentlichen Sinne.

19) Pilgern heißt Geduld haben. Wenn man beim Pilgern am Brunnen steht( um die Flasche aufzufüllen), sieht man wie die Zeit vergeht.

20) Pilgern heißt Stoffe nach Hause zu bringen, die Kontakt zu Reliquien hatten.

21) Pilgern heißt in Bewegung zu bleiben.

22) Leben heißt unterwegs zu sein ( – so Robert).

23) Pilgern heißt auch verzichten können – bei uns lag der Fluch auf den Kartoffeln.

Die Zusammenfassung aller Weisheiten nach dem lustigen Abend in Trasevere fällt so aus:

Pilgern heißt gut drauf sein!

NB: Wallfahren und Pilgern sind im Deutschen nicht das gleiche, obwohl im Englischen beides als Pilgrimage übersetzt werden kann. Wallfahren sieht sich mehr als religiösen Kult, wogegen Pilgern sich mehr als eine Lebenseinstellung begreift …

Nachtrag: Bei der Ankunft in Rom nach dem Besichtigungsprogramm sind wir in den Giro d’Italia geraten: Rennradpilgern für Kurzentschlossene. Ich musste natürlich die Fanausstattung erstehen für die Cheergroup zu 20 €. Schließlich hat Vinegard den Giro gewonnen.

Nachtrag 2: Gabi hat den Bayrischen Pseudogott auf einem Sarkophag in St. Paul vor den Mauern erkannt: Jesus- Maria! Ähnlichkeiten waren von dem antiken Bildhauer nicht nur zufällig, sondern voll beabsichtigt ….

Von admin

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